Für den My-Skills Beitrag für diese Woche habe ich extra ein Buch von Amazon bestellt. Vor vier Tagen hätte es bereits bei mir in der Packstation liegen sollen. Heute rief ich bei der Amazon Hotline an, um mich nach dem Verbleib zu erkundigen. Relativ schnell nahm sich eine real existierende nette Dame meines Problems an und wie ich bereits ahnte, lag das Problem bei dem Lieferservice DHL.
Die Dame sagte nun nicht: „Damit haben wir nichts zu tun, rufen sie doch da mal an!“, sondern „Darf ich Ihnen kurz Musik vorspielen, solange ich bei DHL anrufe.“ Zwei Minuten später schilderte sie mir das Problem. Die Packstationen der Post spielen zurzeit eine Software auf. Da scheint ein Fehler aufgetaucht zu sein, so dass ich weder über Mail noch per SMS benachrichtigt werde, wenn ein neues Paket für mich in der Packstation ist. Aber das Paket sei da und ich könne es abholen. Das ist doch schön, wenn sich Amazon für die gesamte Abwicklung des Auftrags verantwortlich fühlt und nicht auf andere zeigt und den Kunden allein mit seinem Problem lässt.
Voller Vorfreude fahre ich also zur Packstation. Ich schiebe die Karte ein und tippe die PIN Nummer, aber kein Türchen öffnet sich. Also rufe ich jetzt die Hotline der DHL Packstation an. Nach Schilderung des Problems sagt mir die Dame, dass die Packstation defekt sei. Aber ich habe Glück, der Fehler sei schon gemeldet und sie sei „felsenfest davon überzeugt, dass die Packstation am Montag wieder funktioniert“.
Hm, hoffentlich habe ich dann das Buch: „Beschwerden und Reklamationen managen“. Bei Amazon wurde es wohl bereits gelesen.
Die Zeitschrift GEO ist für mich generationenschaffend. Ich kenne eine handvoll Menschen, die vor 1970 geboren sind und eine komplette GEO-Sammlung, fein und ordentlich aufbewahrt, besitzen. Die nach 1970 Geborenen haben vielleicht mal ein GEO Spezial “Japan” oder “Amerika” gekauft, aber die normale GEO selbst nie. Die August 2008 Ausgabe hat nun den Aufmacher „Die Psychologie der Entscheidung“. Der Untertitel klingt noch etwas nach Focus oder Stern Psychologie-Copy-Paste-Thema: „Das Geheimnis der guten Wahl“. Doch was uns der Autor Harald Willenbrock in den 15 gut recherchierten und toll geschriebenen Seiten liefert, ist mehr als unterhaltsame Information.
Hier wird beschrieben, wie gute Entscheidungen zu treffen sind und welche Tücken dem Entscheidungsprozess innewohnen. Der Autor trumpft auf mit einer Reihe von Zahlen:
- bis zu 100.000 Entscheidungen treffen wir täglich
- davon sind 99,9 % unbewusst
- der durchschnittliche deutsche Supermarkt hält 10.000 Produkte für uns bereit
- der amerikanische 40.000
- dösen wir im Sessel prasseln auf uns 11 Millionen Sinneseindrücke ein
- unser Gehirn kann aber nur 40 bis 60 davon verarbeiten
Unser Gehirn bewertet und sortiert die gewaltige Anzahl an Sinneseindrücke und lässt nur die wichtigen durch. Gleichzeitig bewertet es aber auch die Impulse emotional in „positiv“ und „negativ“. Diese emotionalen Bewertungen tauchen wieder auf in Entscheidungssituationen. Der Autor nennt das Beispiel eines Autokaufs. Positive Gefühle der Geborgenheit werden evoziert bei der Marke eines Autos, mit dem in der Kindheit Familienausflüge unternommen wurden. Negative Emotionen treten bei der Marke auf, mit der man stressbeladen die Fahrprüfung machte. Das Wissen ist hier in Emotionen gespeichert, was zu schnellen einfachen Entscheidungsempfehlungen führt: die Intuition.
Willenbrock nennt viele weitere Beispiele und Experimente, so dass der gesamte Artikel zu mehr A-ha Erlebnissen führt als manche 500 Seiten Bücher, die in ihrem Titel A-ha Effekte suggerieren. Deshalb eine klare Empfehlung (auch an die nach 1970 geborenen): Wer interessiert ist an Entscheidungsprozessen, der möge diesen Artikel lesen.
Ein guter Popsong dauert 3 Minuten und in 3 Minuten ist alles gesagt. Die Kommunikationsweise des Pops ist Energie und Leidenschaft und Kreativität in 180 Sekunden. Und Liebe zur Musik.
Der aktuelle Aufmacher der Brandeins ist Liebe und lustigerweise werden sämtliche Werbeslogans mit Liebe von „Ich liebe es“ bis „Hotels, wie ich sie liebe“ aufgelistet. Wirklich und echt und authentisch ist die Liebe der Veranstalter des Haldern Pop zur Musik. Jedes Jahr spielen sagenhafte Bands und verzaubern den alten Reitplatz in ein Menschnaturspektakel von reiner Schönheit. Natürlich gibt es hier auch Angeberjournalisten und Typen in St. Pauli-T-Shirt, Kapuzenpullover oder Kappe, die gerade von Lütjenburg in die Schanze gezogen sind und nun Witze über die Provinz machen, aber die fallen hier gar nicht so auf.
Am Donnerstag stand die Band Foals aus Oxford beim 25. Jahre Jubiläums Haldern auf der Bühne. In der Sprache von C. G. Jung vergrößerte die Band während ihrem 50-Minütigen Auftritt die Bewusstseinsinseln in unserem kollektiven Unbewussten. Kurz hat man den Eindruck mehr über die Welt zu wissen. Schade, dass man nach dem leckeren Alt wieder so viel vergessen hat.
Diesmal stand Haldern unter dem Banner „Ich glaube, ich kenne jemanden, der das weiß“. In diesem Sinne ist es also auch das echte, bessere Xing. So jetzt ist aber wieder Schluss mit dem Kurzurlaub und nun widmen wir unsere volle Aufmerksamkeit wieder der Businesskommunikation.
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