Monthly Archive for Mai, 2011

Tasmania Daum

Dies vorweg. Ist es nicht einfach gegen einen taumelnden Verlierer einzuschlagen? Und ist da nicht ein schales Bedürfnis, Menschen zu entlarven und entwickelt sich bei uns nicht eine schlechte Sensationsfreude, die sehen will, wie Menschen reagieren, wenn Sie auf die Verliererstraße kommen, die sie so vorher nicht kannten? Unabhängig davon schreibt König Fußball derzeit wieder eine atemberaubende Coming-of-Age Story: Der Weg Daums zur Demut (hoffentlich).

Der Chefautor Fußball wird begleitet von den mittlerweile harsch kritisierten Medien. Die Journalisten erfreuen sich weiterhin der Alliteration und texten Überschriften, die da heißen „Vom Daum zum Däumling“ oder „Daums Desaster“.

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Die Geschichte des Christoph Daum ist auch eine der Selbstdarstellung. Sein Selbstverständnis („der Lautsprecher der Liga“) wurde gerne im kooperativen Wechselspiel der Medien kolportiert. Wo er auftrat, kamen die Kameras samt akkreditierten Journalisten zuhauf. Sein erstes Training in Köln nach langer Abstinenz im Jahr 2006 begleiteten 20 Kamerateams und 9000 beseelte Kölner-Fans. Sein erstes Training bei Eintracht Frankfurt vor 6 Spieltagen übertrug der nun von ihm kritisierte Hessische Rundfunk („hr – Gebühren für gutes Programm“).

Zu Beginn seiner Mission sprach Daum: „Ich will etwas bewegen und den Verein an den nationalen Spitzenbereich ranführen.“ Der ist weit weg. Sein Credo „Visionen schaffen Fakten“ reichte bisher zu 3 von 18 möglichen Punkten. Im gleichen Zeitraum holte beispielsweise der mit einem viel kleineren Etat angetretene 1. FC Kaiserslautern 12 Punkte und steht nun weit vor der Eintracht. Wer hätte das vor der Saison gedacht?

Trotz einer permanenten Medienbeschallung ist es schwer, sich ein Bild zu machen, was alles in und um Daum gerade passiert. Die vielen Interviews, die er seit dem 28. Spieltag im Eintracht Trainingsanzug gibt, zeigen eine deutliche Veränderung in seinem Verhalten. Zu Beginn fast salbungsvoll, die Worte wohl betont, kämpferisch, manchmal gönnerhaft und dozierend. Mittlerweile wirkt er in Interviews schmallippig, fühlt sich schnell angegriffen, von einer Schlagfertigkeit weit entfernt. Das Bild, das uns Daum von Daum vermittelt hat, ist nicht mehr das eines souveränen Zampanos und schon gar nicht das eines psychologisch versierten Motivators.

1989 konnte man nicht nur mit weißen Socken im Sportstudio beeindrucken, sondern auch mit „provokanten Verhalten“. So fand Daum damals, dass die Wetterkarte interessanter sei als der damalige und baldige Bayern Trainer Jupp Heynckes, dass dieser auch Werbung für Schlaftabletten machen könne und – das ist doch ganz interessant vor dem aktuellen Hintergrund – wenn einer so dünnhäutig sei wie Heynckes, hätte er im Trainerbusiness nichts verloren. Uli Hoeneß wird heute milde darüber lächeln können.

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1989 konnte man sicherlich die Fußballwelt auch noch beeindrucken mit „Tschaka-Psychologie“, wie es der Sport-Psychologe Bernd Strauß in einem Interview mit HR formuliert. Also Aktionen, für den augenblicklichen Effekt bestimmt, wie über Kohlen laufen, die für den Moment ein besseres Selbstwert vermitteln, bei denen aber die Langzeitwirkung fraglich ist. Mittlerweile hat die professionelle Sportpsychologie Einzug erhalten in den Fußball. Hierbei wird seriöse Arbeit gemacht, die Psychologie nicht verbindet mit Effekten oder selbstdarstellerisch wirkenden Verhalten, sondern Ergebnisse erzielt, wie bei dem Elfmeterschießen der deutschen Nationalmannschaft 2006 im WM Viertelfinale gegen Argentinien.

Daum benutzte das psychologische Moment häufig, um darzustellen, dass er der besondere, der andere Trainer ist, der über den Tellerrand schaut. Er hat so famose psychologische Tricks drauf wie keiner. Zu seinem Antrittsbesuch bei Frankfurt sprach er: „Im Fußball spielt der Kopf immer eine wichtige Rolle. Wenn der richtig funktioniert, dann ist er das dritte Bein und kann den Unterschied ausmachen.“ Uffz! Drei Punkte am Samstag wären den Eintrachtspielern sicherlich lieber als ein drittes Bein, das vor allem Theofanis Gekas im Weg zu stehen scheint.

Dass er Gekas das Tore schießen wieder mit dem pseudowissenschaftlichen NLP (Neurolinguistisches Programmieren) beibringen will, klingt so, als wolle er sagen, er kennt sich aus mit der Psychoszene und ist noch „State of the Art“. Wer ein wenig NLP kennt, wird sich fragen, was konkret Daum mit dem armen Gekas da macht.

Daums Problem scheint mir, dass mittlerweile viele Trainer der Bundesliga seriöse sportpsychologische Hilfe in Anspruch nehmen, die nicht lautsprecherisch ist. Dagegen sieht Daum eher aus, wie ein alter trauriger Mann, dessen Zeit vorbei ist. Die Eisscholle schmilzt. Ich hoffe, er nimmt seine Krise als Chance, sich zu hinterfragen und möge er – auch mit Hilfe seriöser Psychologie – langfristig an Souveränität wachsen.

Selbstmarketing für Frauen

Es ist immer wieder schön Teilnehmer oder Teilnehmerinnen von Seminaren von Zeit zu Zeit zu sehen und zu hören, was diese denn so machen. Und viele von Ihnen machen unglaublich spannede Dinge. Zum Beispiel Annette Zimmer-Kass, die ich vor zwei Jahren bei dem Seminar “Positiv Beeinflussen” kennenlernte.

Nun traf ich sie zu einem Interview in Sachsenhausen zu grüner Soße und Apfelwein wieder.

Da ich Sie bereits aus dem Training sehr gut kenne, die Leser aber natürlich nicht, stellen Sie sich doch einfach kurz vor.

Ich bin Annette Zimmer-Kass, Elektroingenieurin mit 25 Jahren Berufserfahrung im technischen Vertrieb eines Konzerns, dazu Ehefrau und Mutter.

Nach dem Studium bin ich direkt im Konzern eingestiegen, im Vertrieb. Das war schon ungewöhnlich und ich wusste gar nicht so recht, was da auf mich zukommt. Ich habe dann diverse Stufen durchlaufen, von der Projektingenieurin bis zur Vertriebsleiterin. Der direkte Kontakt zum Kunden hat mir besonders viel Spaß gemacht, das war zwar nicht immer einfach, denn der Kunde hat das gegebene Wort auch eingefordert, doch wenn wir gemeinsam ein Projekt gestemmt hatten, war das ein tolles Gefühl. Über drei Jahre habe ich dann auch internationale Erfahrung gesammelt, vorwiegend im Süd-Ost-Asiatischen Raum und Australien. Zum Beispiel in Thailand zu erleben, dass ich alleine auf Grund meines Aussehens schon als Ausländerin erkannt bin, hat mir neue Einblicke – nicht nur im Business – eröffnet.

Dann konnte ich mich noch als Integrationsmanagerin beweisen und Mitarbeiter eines mittelständischen Unternehmens in den Konzern einbinden – eine spannende Aufgabe.

Zuletzt habe ich ein großes Projekt geleitet, bei dem der interdisziplinäre Ansatz wesentlich war. Da habe ich das Wort  „Fremdsprache“ von einer ganz anderen Seite betrachten gelernt: jede Branche, jede Altersgruppe hat ihre eigene Sprache. Da ist es schon einen Herausforderung, dass z.B. ein Techniker und ein Architekt sich wirklich „verstehen“.  Ja, und so waren die 25 Jahre gut gefüllt mit Herausforderungen, auch jenseits der Technik und ich konnte sehr viel lernen.
Vor einigen Jahren habe ich zudem noch eine Ausbildung zur Farb- & Stilberaterin und zur Visagistin absolviert. Momentan in der Ausbildung zum Business Coach.

Mit diesen Kompetenzen und Expertisen ausgestattet, habe ich das Angestelltenverhältnis verlassen und bin ich auf dem Weg, mein eigenes Unternehmen zu gründen. Damit möchte ich meine Erfahrungen wieder in den Markt geben. Ein besonderes Interesse und auch „Herzblut“ finden dabei Frauen, die Karriere machen möchten, dies am besten in Männer dominierten Branchen und mit Familie.

Sie führen den Workshop “Selbstmarketing” durch. Können Sie kurz skizzieren, was die Teilnehmerinnen dort erwartet?

Den Workshop „Selbstmarketing“ führe ich für das MentorinnenNetzwerk durch (Netzwerk für Frauen in Naturwissenschaft und Technik – in Hessen www.mentorinnennetzwerk.de).

Es geht in erster Linie darum, die Frauen neben ihrer fachlichen Qualifikation, die sie an den Hochschulen erwerben, dafür zu sensibilisieren, dass Karriere und Erfolg auch von der eigenen Persönlichkeit und deren „Vermarktung“ abhängt. Speziell Frauen neigen auch heute noch dazu, zu warten bis der Chef die Fähigkeiten durch die Arbeit erkennt (Mein Chef muss doch sehen, was ich leiste….“). Während des Wartens leisten diese Frauen eine super Arbeit (das fleißige Bienchen), die auch unverzichtbar ist, doch befördert werden daneben andere.

In meinem Workshop sollen sie zum einen diesen „Aha-Effekt“ bekommen und natürlich die ersten Schritte des Selbstmarketings auch erlernen.


Welchen Nutzen werden Teilnehmerinnen von Ihrem Workshop haben?

Wie gesagt, sie sollen das Bewusstsein bekommen oder auch schärfen, dass die reine berufliche und fachliche Qualifikation noch nicht unbedingt für eine Erfolgskarriere ausreicht. Mir ist wichtig, dass die Teilnehmerinnen lernen, Entscheidungen bewusst zu treffen – nicht nur die, die ihre berufliche Karriere betreffen. Dafür biete ich Methoden und Hilfsmittel an.
Ich setze auch mein Wissen als Farb- & Stilberaterin ein, wir befassen uns mit den Assoziationen von Farben und deren Wirkung im Business. Schauen, was Stil ist und ich gebe Hinweise, wie sie sich selbst vorteilhaft in Szene setzen können: „Wie will ich wirken – was will ich bewirken“, das ist ein Schlüsselsatz in diesem Kontext. Was bewirken Accessoires? Wie kann ich sie bewusst einsetzen? Was macht mich als „Marke“ aus? etc.

Ich biete ein breites Spektrum an, so dass Jede etwas Konkretes mitnehmen kann.

Sie waren selbst Vertriebsleiterin in der vermeintlichen Männerdomäne Energie. Was hätte Ihnen ganz persönlich ein solcher Workshop gebracht, wenn Sie ihn nach Ihrem Studium genossen hätten?

Ganz richtig – mir haben diese Informationen gefehlt und meine Karriere war überhaupt nicht geplant oder durchdacht. Vieles erfolgte zufällig, ich hatte keine Strategie, kein „Bild meiner Zukunft“. Ebenso die Besonderheit, in dieser Männer dominierten Branche zu arbeiten und mich da durch zu setzen hat sehr viel Kraft gekostet und ich hätte mir zumindest ein paar Ideen und Ansätze gewünscht, wie ich da effizienter „durch komme“. Ich musste dies alles durch Erfahrung lernen, das hilft mir heute zwar sehr, doch in den jeweiligen Situationen hätte ich mir gewünscht, zumindest ein bisschen vorbereitet zu sein oder auch nur eine Ansprechpartnerin zu haben. Selbst im Großkonzern fühlte ich mich oft auf alleine mit meinen spezifischen Anliegen. Eine bessere Vorbereitung und Planung, dadurch auch eine bessere Strategie hätte mich vielleicht noch weiter gebracht – wer weiß.


Was bieten Sie darüber hinaus noch an?

In jedem Workshop, in jedem Gespräch bekomme ich auch wieder neue Ideen, wie ich speziell Frauen auf dem Karriereweg unterstützen kann. So werde ich weitere Themen aufgreifen, wie z.B. „Männliches/weibliches Verhalten“ etc.
Ich biete verschiedene Themen rund um den Komplex „Vertrieb“ an, wie z.B. Grundlagen, Gespräche am Telefon und Ähnliches. Daneben besetze ich das Thema „Kommunikation“ mit z. B.: „Sagen, hören, verstehen – ist doch ganz einfach“.
Zudem kann ich für den Bereich Image, Persönlichkeit entweder in der Gruppe oder auch für Einzelne eine große Palette von „Dress-Code“, „Stil- und     Image-Beratung“ anbieten.

Da meine Ausbildung als Business Coach bald beendet ist, kann ich Coachees zu einer bestimmten Aufgabenstellung unterstützen und begleiten.

Wohin können sich Interessierte wenden?

Weitere Informationen und Angebote erhalten Sie unter:
Email:   infoøzimmer-kass.de
Tel:      06150-1079847

Ich freue mich über jede Anfrage und mein Anspruch ist es, die Workshops und andere Qualifikationsmaßnahmen auf den Kunden an zu passen. Dabei sind mir Methoden wichtig, die unmittelbar anwendbar sind und auch einen nachhaltigen Erfolg bieten.
Dies gilt ebenso für das Coaching. Dort begleite ich den oder die Coachee in einer Veränderungssituation oder in Vorbereitung darauf, für seinen oder ihren langfristigen Erfolg.




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