Tag Archive for 'Management-Literatur'

Tierisches Management

Tier-Metaphern haben Konjunktur in der Management-Literatur, insbesondere wenn es um VerÀnderungen geht (Change Management). Beispiele gefÀllig?

pinguin-prinzipDas Pinguin-Prinzip von John Kotter. Pinguine im Management? Worum bitte schön geht es? Laut Untertitel geht es darum, „Wie VerĂ€nderung zum Erfolg fĂŒhrt“. Kotter erzĂ€hlt uns die Geschichte von einer Pinguin-Kolonie, der das Eis unter den FĂŒĂŸen wegschmilzt. Pinguin Fred erkennt die Gefahr. Fred und sein Team zeigen uns, wie wir schwierige Situationen bewĂ€ltigen und VerĂ€nderungen erfolgreich meistern können.

Das Buch schildert, wie VerÀnderung funktioniert. Kotter orientiert sich dabei an seinem 4-Phasen-Modell:

  • Vorbereitungen treffen
  • Entscheidungen fĂ€llen
  • Aktives Umsetzen
  • Nachhaltigkeit sichern

Wer die Pinguin-Geschichte zu simpel findet, kann „Leading Change“ vom selben Autor lesen, ebenfalls ein Bestseller, und eher im Stil der ĂŒblichen Management-Literatur geschrieben.

mause-strategieDie MĂ€use-Strategie fĂŒr Manager von Spencer Johnson. Auch hier geht es um VerĂ€nderung, auch hier wird eine Geschichte erzĂ€hlt. Die Geschichte handelt von MĂ€usen und Zwergen, die in einem Labyrinth leben. Eines bösen Tages verschwindet ihre gemeinsame Hauptnahrungsquelle, nĂ€mlich der KĂ€se (der Original-Titel heißt „Who moved my Cheese?“). Der KĂ€se ist hier ein Symbol fĂŒr alles, was fĂŒr uns wertvoll ist. Nun schildert Johnson, wie unterschiedlich die Reaktionen auf VerĂ€nderungen ausfallen und welche Strategie zum Erfolg fĂŒhrt.

Was macht diese BĂŒcher so erfolgreich? Es ist im Wesentlichen das Prinzip Storytelling. Der Mehrwert dieser Literatur liegt darin, dass komplexe Sachverhalte und Konzepte in Geschichten verpackt werden, die leicht nachvollziehbar sind und im GedĂ€chtnis bleiben. Durch diese Anschaulichkeit, und die Lebendigkeit der Akteure (z.B. Pinguine), werden die Inhalte leichter transportiert. Wir Menschen hören und lesen eben gerne Geschichten.

Weitere „tierisch“ gute BĂŒcher:

Die BĂ€ren-Strategie – In der Ruhe liegt die Kraft von Lothar Seiwert

Fish!: Ein ungewöhnliches Motivationsbuch von John Christensen, Stephen C. Lundin, Harry Paul

Ente oder Adler: Vom Problemsucher zum Lösungsfinder von Ardeschyr Hagmaier

Wenn die Giraffe mit dem Wolf tanzt: Vier Schritte zu einer einfĂŒhlsamen Kommunikation von Serena Rust

Der schwarze Schwan. Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse von Nassim Nicholas Taleb

Mastering Executive Education

Mastering Executive Education: How to Combine Content With Context & EmotionKennen Sie das? Sie lesen sogenannte Management-Literatur und fragen sich, wo der informative Mehrwert bei den Aneinanderreihungen von BanalitĂ€ten („Der Kunde ist das wichtigste“) und AllgemeinplĂ€tzen („Fragen Sie immer nach dem Mehrwert fĂŒr Ihr Unternehmen!“) ist. Und man gewinnt mehr und mehr den Eindruck, dass die meisten BĂŒcher nicht geschrieben werden, um neue Erkenntnisse zu teilen, sondern um das Ego des Autors zu befriedigen.

Um wie viel mehr freut man sich da, ein Buch in den HĂ€nden zu halten, das wirklich informativ ist und Aha-Erlebnisse bietet: „Mastering Executive Education“ herausgegeben von Paul Strebel, Professor fĂŒr Strategisches Changemanagement am IMD in Lausanne, und Tracey Keys.

Was bietet das Buch? Es zeigt auf, welche Faktoren fĂŒr ein Premium Seminar oder Lernprogramm fĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte entscheidend sind, und was den tatsĂ€chlichen Unterschied macht zu der Massenware „FĂŒhrungsseminare“. DarĂŒber hinaus wird sehr konkret dargestellt, wie Seminar- und Lernmaterialien konzipiert sein mĂŒssen, welche Kriterien beispielsweise fĂŒr ein lernförderndes begleitendes Video gelten oder wie ein Fallbeispiel geschrieben sein muss, damit es in einem FĂŒhrungsseminar akzeptiert wird und zum Lernerfolg fĂŒhrt.

Auch auf die Treiber des Lernerfolgs wird sehr systematisch und anschaulich eingegangen. Wie schafft man es, dass die FĂŒhrungskrĂ€fte emotional und kognitiv im Seminar bei der Sache sind und wie stellt man den Transfer des Gelernten in die echte Welt sicher. Schlag nach bei Strebel.

Sicherlich muss man die Executive Sprache des Buches das ein oder andere mal ĂŒbersetzen in eine “echte Welt Sprache” und relativierern (so wird hĂ€ufig von „GREAT learning sessions“ gesprochen), aber summa summarum „summa cum laude“, Herr Professor!




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