Das Eisenhower-Prinzip

Das Eisenhower-Prinzip ist eine Möglichkeit, Aufgaben zu managen und Prioritäten zu setzen. Durch die Einteilung der Aufgaben in Kategorien sollen die wichtigsten Aufgaben zuerst erledigt und unwichtige Dinge aussortiert werden. Das Prinzip wurde von US-Präsident und Alliierten-General Dwight D. Eisenhower praktiziert und gelehrt.

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Burkhard Heidenberger, Trainer für Zeit- und Zielmanagement, beschreibt das Eisenhower-Prinzip bzw. die Eisenhower-Methode in seinem eBook “Schritt für Schritt zum perfekten Zeitmanagement”:

Für die Prioritätensetzung nach Eisenhower ist der Unterschied zwischen wichtig und dringend wesentlich. Auf dringende Aufgaben muss man reagieren, hingegen auf wichtige Aufgaben agiert man. Wichtig ist eine Aufgabe dann, wenn etwas „auf dem Spiel steht“. Der Zeitpunkt der Erledigung ist von der Dringlichkeit abhängig. Nach dem Eisenhower-Prinzip unterscheidet man vier Prioritätenklassen (A, B, C, D):

Priorität A, DRINGEND UND WICHTIG:

Die Aufgabenklasse A beinhaltet Aufgaben, die dringend und wichtig sind. Diese Aufgaben sind möglichst von Ihnen persönlich und sofort zu erledigen. Beispiele:

Ein wichtiger Kunde wünscht innerhalb der nächsten Stunde einen Rückruf von Ihnen. Es geht um einen Vertragsabschluss für Ihr Unternehmen (Geld – Gewinn – steht auf dem Spiel!).

Ein Projekt muss morgen eingereicht werden. Wird es nicht pünktlich eingereicht, kommt es zu Verzögerungen, was wiederum eine Pönale zur Folge hat. Somit haben alle für die Einreichung erforderlichen Aufgaben die Priorität A (Geld – Verlust – steht auf dem Spiel!).

Priorität B, WICHTIG, NICHT DRINGEND:

Aufgaben der Klasse B sind solche, die im Augenblick nicht dringend wirken, die aber für die Zukunft wichtig sind. Setzen Sie einen Termin für diese Aufgaben. Eine Aufgabe der Klasse B kann zu einer Aufgabe der Klasse A werden, dann spricht man von einer Wanderaufgabe. Beispiele:

Eine Neustrukturierung der EDV-Ablage ist erforderlich, um Suchzeiten zu verringern und die Effizienz zu steigern. Diese Aufgabe bleibt eine B-Aufgabe – sie ist also keine Wanderaufgabe.

Für den Projekteinreichungstermin in einem Monat ist das Erstellen des Einreichplanes erforderlich. Diese Aufgabe ist eine Wanderaufgabe, d.h. beim Aufschieben dieser Aufgabe wird sie schließlich von einer B- zu einer A-Aufgabe.

Priorität C, DRINGEND, NICHT WICHTIG:

In die Aufgabenklasse C gehört das typische Tagesgeschäft. Es handelt sich dabei um solche Aufgaben, die dringend (weil sie schnell erledigt werden müssen) aber langfristig gesehen nicht wichtig sind. Viele solcher Aufgaben können Sie delegieren oder durch eine bessere Organisation verkürzen. Beispiele:

Jemand ersucht Sie, ihm innerhalb der nächsten Stunde ein Dokument zu faxen.

Priorität D, NICHT DRINGEND, NICHT WICHTIG:

D-Aufgaben sind nicht dringend und auch nicht wichtig. Das heißt, es entsteht kein Schaden, wenn diese Aufgaben nicht erledigt werden. Beispiele:

Grünpflanzen für das Büro besorgen.

Zeitschriften und Werbematerial lesen.

Und so erledigen Sie Aufgaben nach den Eisenhower-Prioritäten

Grundsätzlich gilt: Bearbeiten Sie Aufgaben nach ihrer Wichtigkeit, gegebenenfalls nach der Dringlichkeit (abhängig vom Fälligkeitstermin) und nach Aufgaben, an denen Ihre persönliche Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit gemessen wird (z.B. zugesagte Dokumente zum versprochenen Termin senden). Reihenfolge für die Abarbeitung der Aufgaben nach Eisenhower-Prioritäten:

  • A-Aufgaben
  • C-Aufgaben
  • B-Aufgaben
  • D-Aufgaben

C- und D-Aufgaben können Sie wenn möglich immer delegieren. A- und B-Aufgaben sollten Sie selber erledigen.

Burkhard Heidenberger betreibt das Zeitblüten-Blog. Er stellt erstmalig seine gesamten Publikationen kostenlos als Download zur Verfügung:

  • Vom Chaos- zum Wohlfühl-Schreibtisch
  • Schritt für Schritt zum perfekten Zeitmanagement
  • Zeitmanagement mit Outlook
  • E-Mail-Organisation mit Outlook
  • Zielmanagement: Ziele finden und Ziele erreichen

9 Responses to “Das Eisenhower-Prinzip”


  • Das Diagramm kenne ich bisher nur seitenverdreht, aber der Sinn bleibt der gleiche. Ich denke, das gerade diese Methode in den meisten Köpfen intuitiv angewandt wird ohne sich dessen bewusst zu sein. Gleichwohl bleibt sie so einfach, das das bewußte Anwenden kein Problem darstellen sollte.

  • Hätte ich in der Schule damals ein bisschen was von Eisenhower und seinen Kollegen verstanden, wäre es mir sicher besser ergangen :D

  • Einfaches aber gut durchschaubares Model. Jetzt muss man nur noch in der Lage sein die Aufgaben nach Dringlichkeit zu sortieren. ;-)

  • Erstmal danke für den schönen Artikel!

    Und zu Michis Kommentar direkt: Das ist genau das Problem, was wir heutzutage in unseren Schulen haben – von Schülerinnen und Schülern wird immer mehr Leistung in immer weniger Zeit erwartet (Stichwort “G8″), ohne dass ihnen Zeitorganisation und Zeitmanagement-Prinzipien vermittelt werden. Da ist der Burnout vorprogrammiert ….

  • Matthias Büttner [www]

    Also ich finde die Eisenhower-Matrix …. falsch!
    Bei der Berwertung von täglich anfallenden Aufgaben Dringlichkeit udn Wichtigkeit zu unterscheiden ist .. zumindest den meisten … nicht möglich. (Mir auch nicht). Mein Vorschlag lautet: Mche Dir Gedanken über Deine Ziel, also Dein Prioritäten und Orientiere Dich an genau einem Kriterium: Der Wichtigkeit! Der Rest folgt.
    Meine Philosohie steht hier: www.x47.com/de/zeitmanagement/d.html
    Viel Spaß beim Lesen – ist nicht viel.
    Wer ein PDF zu meinem Zeitmanagement-Buch haben möchte (64 seiten Din A6) , der schicke mir eine Email: XøX47.com. Kostenfrei!

  • Gleichwohl bleibt sie so einfach, das das bewußte Anwenden kein Problem darstellen sollte.

  • @ Matthias:
    Es geht nicht darum die täglich anfallenden Aufgaben mit den beiden Faktoren “Wichtigkeit & Dringlichkeit” zu bewerten, sondern vielmehr darum die Tätigkeiten und Aufgabengebiet seines gesamtes Lebens zu ordnen, sodass man nur an den wichtigsten Prioritäten in seinem Leben arbeiten kann. Dazu kann ich bestens das Buch von Stephen Cover “7 Habits of highly effective people empfehlen.”
    Die Bewältigung der täglichen Aufgaben sollte man mit einer einfachen To-Do-Liste oder einer ABC-Analyse angehen.

    Gruss
    Eugen

  • an Michi:

    Ja, das ist richtig, es ist ein einfaches und durchschaubares Modell. Das Eisenhower Diagramm erlaubt es einem seine Aufgaben klar nach der Dringlichkeit und deren Wichtigkeit einzuordnen, aber bei der Umsetzung ist das Ganze dann gar nicht so einfach.

    Die B-Aufgaben sind in diesem Fall die Aufgaben, die für dich langfristig den größten Mehrwert haben, aber seinen Fokus von den dringenden Aufgaben abzuziehen und tatsächlich sich auf die wichtigen / aber nicht dringenden Aufgaben zu konzentrieren, ist eine wahre Kunst. Das ist wirklich, wirklich nicht einfach!

    Ich stimme zwar dem Grundprinzip der Eisenhower Matrix zu, aber die Umsetzung ist eben schwierig und ich spreche hier aus Erfahrung =)

    Gruß
    Alex

  • Das Eisenhower-Prinzip ist eine wirklich gute Methode, um sinnvoll Prioritäten zu setzen. Sie hilft, die wirklich wichtigen Dinge zu erledigen. Um am Ende des (Arbeits-) Tages, effektiv gewesen zu sein und Zeit für die wirklich wichtigen gehabt zu haben. Ein vom Autor wirklich gut aufbereiteter Artikel! Noch mehr Tipps, um Ihr Zeitmanagement zu verbessern, finden Sie unter o.g. Link.

  • Gute Vorsätze zum neuen Halbjahr: Der konsequente Tagesplan - My Skills - Arbeitsorganisation, Tagesplan, Eisenhower-Matrix [www]
  • HR-Fundgrube: Perfekte Bewerbung, Neues vom Arbeitsmarkt, War for Talent, Twitter-Listen | Karriereblog für Fach- und Führungskräfte [www]
  • Priority Matrix – ToDo-Liste für Mac, iPhone & iPad mit der Prioritätenmatrix nach Eisenhower | NotizTools.de [www]

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