Arbeit kann krank machen

by-steve-weaver-ccDie Anzahl der Fehltage aufgrund seelischer Erkrankung hat sich seit 1990 verdoppelt. Hauptursachen sind Stress und fehlende Anerkennung. Das ergibt eine Auswertung der Gesundheitsreports der gesetzlichen Krankenkassen. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat die Reports analysiert und stellt die Ergebnisse der Studie hier vor: „Komplexe Abhängigkeiten machen psychisch krank

Die größten Belastungsfaktoren in der Arbeit sind:

  • Ständiger Zeitdruck
  • Das Gefühl, Ergebnisse wenig beeinflussen zu können
  • Mangelnde Anerkennung
  • Ein schlechtes Verhältnis zu Führungskräften und Kollegen

Der hohe Anstieg psychischer Erkrankungen geht allerdings nicht nur auf mehr Betroffene, sondern auch auf bessere Erkennung und weniger Stigmatisierung zurück. Auffällig sind diese Unterschiede:

  • Körperlich Tätige sind seltener aus psychischen Gründen krankgeschrieben.
  • Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
  • In Großstädten wie Berlin und Hamburg gibt es mehr psychisch Erkrankte als im Bundesdurchschnitt.

Süddeutsche: Angestellt, überarbeitet, psychisch krank
FTD: Arbeit kränkt die Psyche

7 Responses to “Arbeit kann krank machen”


  • Schlimm mit anzusehen wie die Menschheit immer mehr an solchen Krankheiten leiden muss die sie selber hervorgerufen hat. Kein Mensch müsste unter psychischen Krankheiten leiden. Aber die Wirtschaft macht durch ihre ständigen Druck zu Überstunden und mehr Arbeit alles kaputt. Wer kann es sich heute noch leisten nur Halbtags zu arbeiten? Niemand! Unter 40h Wochen sind kaum noch verbreitet, die Tendenz geht eher nach oben. Wenn man dann noch die Überstunden hinzuzieht dann weiß man sofort wodurch diese Belastungen entstehen, Mangel an Freizeit und Entspannung!

  • Wichtig ist, dass Arbeit Spaß macht und nicht mit zu viel Stress verbunden ist. Stress ist wichtig, darf aber auf keinen Fall zu oft durch Zeitdruck entstehen. Ich arbeite sehr gern mehr, wenn ich sehe, dass es etwas bringt und wirklich toleriert sowie anerkannt wird. Chefs sollten ruhig häufiger kleine Prämien für besonders gute Arbeit als Ansporn geben, dann macht Arbeit noch mehr Spaß.

  • Ich denke, wenn die Motivation für die Arbeit stimmt lässt sich auch ein ordentlicher Batzen an Mehrarbeit schultern. Ähnlich wie Sascha es schreibt: “…wenn ich sehe das es etwas bringt…toleriert und anerkannt wird”. Fehlt die Anerkennung, monetär oder durch andere sinnvolle Motivatoren erbracht, kippt alles auch ganz schnell um. Ein “Danke” ist manchen Führungskräften heute schon zuviel im ausprechen :-) – hier erkennt man auch ob der Chef einen überhaupt wahrnimmt.

  • Das Leben mit einer psychischen Krankheiten ist nicht einfach, aber man kann auch selbst etwas für eine Verbesserung tun.
    In erster Linie nicht immer den Grund bei anderen Menschen oder Situationen suchen, sondern bei sich selbst anfangen und seine eigenen Lebensschwerpunkt finden.

  • Hans-Jürgen Reckers

    @QAlf: Bitte im Internet kundig machen über psychsoziale Auswirkungen im Arbeitsleben.z.B. Arbeitsmediziner Dr. Wolfgang Hien.

    Hier wird den Betroffenen näher gebracht, was die Ursachen für Depressionen am Arbeitsplatz sind. Antworten hier auf dieser Plattform sind selten zu erhalten, da keine fundierten Kenntnisse der Schreiber vorliegen.In der Arbeitswelt werden Depressionen oder psychische Ursachen immer wieder in private Bereiche und soziale Umgebung abdelegiert. Bekannt ist allerdings auch, dass die Überbelastung am Arbeitsplatz durch immer mehr Arbeitsleistung, Überstunden, schlechte Bezahlung,Ausbeutung, Redeverbote, Mobbing e.t.c., also rein funktional bedingt sind.Der Mensch steht nicht im Vordergrund, sondern die Wirtschaft missbraucht die Abhängigkeit der ihr Anvertrauten. Andersredende und Andersdenkende haben natürlich kein Interesse daran, an der Situation etwas zu ändern, da diese von diesem Elend provitieren. Mann beachte die Leistung derer, die von Anderen das fordern, was sie selbst nicht bewerkstelligen können.Wer dies einfordert, genau so viel zu leisten, wie der Betroffene selbst, dem wird entgegnet mit antiethischen Sprüche wie:” Hättest länger auf die Schule gehen sollen.” Ich empfehle dringend, von Art. 1 des Grundgesetzes Gebrauch zu machen:
    ” Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu pflegen ist die Aufgabe aller staatlichen Gewalt.”
    Zu lesen auch in der Bibel Matth. 23,4:
    Sie binden nämlich schwere und kaum erträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; sie aber wollen sie nicht mit einem Finger anrühren.
    Dies nennt man dann auch noch ” Bildung”.

  • Ein weiteres sehr großes Problem ist, dass psychische Erkrankungen von vielen nicht anerkannt werden bzw runtergespielt. Gerade Sprüche wie “stell dich nicht so an” “wird schon wieder” etc. sind genau das was man nicht hören will, wenn man depressiv oder psychisch überbelastet ist.

    Aber das ist ein generelles Problem der Gesellschaft. Darüber kann man Doktorarbeiten schreiben ^^ und dieses Problem wird so schnell bzw NIE verschwinden.

  • 24-Stunden-Betreuung [www]

    Ich habe in meinem Freundeskreis auch einen Fall wo jemand unter Depressionen leidet und mir ist aufgefallen, dass nur sehr wenige eine Depression als Krankheit anerkennen :(

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